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Flamenco – Ausdruck südländischen Temperaments

Der Flamenco ist nicht nur eine Tanzform, sondern auch eine Lebenshaltung. Historische Ursprünge dieses Tanzes belegen, dass zunächst die Bewegung und der Rhythmus – und damit der Tanz – entstanden, danach die Flamencomusik mit der typischen Gitarrenbegleitung. Diese Anfänge des Flamenco zeigten Situationen des Alltags, sie berühren Themen wie Gefühle, Schicksal und Erfolge. Deshalb ist der Flamenco ursprünglich nicht eine Bühnen- sondern eine Familienkunst. Sie diente der Stärkung der Identität und wurde in einem kleinen Rahmen gepflegt.

Der Flamenco wurde aber auch zum Ausdruck der Annäherung von Mann und Frau. Und auch deshalb tanzen Frauen und Männer jeweils als Solisten den Flamenco. Eine Ausnahme in diesem Zusammenhang stellen lediglich die Sevillanas dar.

Flamenco tanzen, das erfordert ein hohes Mass an Körperbeherrschung und Fitness sowie Konzentration. Schliesslich stehen die Tanzenden im Zentrum des Geschehens. Zumeist sind es Tänzerinnen, die den Flamenco präsentieren. Alle anderen Beteiligten, - Musiker, Sänger und evt. auch einzelne Tänzer - ordnen sich dem Geschehen unter.

Für den Flamenco sind mit Nägeln beschlagene hölzerne Schuhabsätze notwendig. Sie dienen dazu, laut und kontinuierlich den Rhythmus während des Tanzens zu schlagen. Zur Unterstützung des Rhythmus gelangen zuweilen auch Castagnetten zum Einsatz und auch das begleitende rhythmische Klatschen ist wichtig.

In Phasen des Gesangs verhallt der Rhythmusschlag. Dies ist auf den typischen Wechsel zwischen Gesang und Tanz beim Flamenco zurückführbar, wobei die komplizierten Regeln dieses Wechselspiels eher dem geübten Zuschauer verständlich werden.

Die Besonderheit des Flamencotanzes ist die rhythmische Fußtechnik. Sie wird in einer fazettenreichen Folge rascher und langsamerer Fussbewegungen ausgeführt. Eigentlich bezieht der Tänzer dabei seinen gesamten Körper ein. Diese Art des Tanzens verlangt sehr viel Ausdruckskraft. Selbst die Blickrichtung der Augen hat Bedeutung. Mit Recht wird der Flamenco als „Bodentanz“ gekennzeichnet, denn er ist zur Erdoberfläche ausgerichtet.

Die volumigen, langen, mit Rüschen besetzten Kleider der Flamencotänzerinnen gelten gleichsam als das Markenzeichen des Flamenco. Der weite Schnitt der Röcke wirkt nicht nur besonders attraktiv, sondern diese Kleidungsgestaltung unterstützt die Tanzbewegungen. Die Kostüme der Tänzer sind traditionell ausgerichtet und bestehen zumeist aus einer eng anliegenden Hose und einem weissen, ebenfalls mit Rüschen besetzten, Oberhemd.

Im Unterschied zu den Flamencotänzerinnen integrieren die Tänzer häufig zackige Bewegungen. Darüber hinaus werden die Hand- und Armbewegungen der Tänzer und Tänzerinnen unterschiedlich gestaltet. In der Regel gilt, dass die Tanzvorstellung der Männer noch dynamischer ausgeführt und eckiger in der Bewegungsfolge wirken, als der Eindruck, welcher bei den Vorführungen der Tänzerinnen entsteht. Für diese besonderen Tanzbewegungen wurden mittlerweile Spezialausdrücke geprägt. Die für den Flamenco so typische Handdrehung heisst beispielsweise Floreos.

Flamencovorstellungen erfolgen zumeist auf Bühnen. Vorgetanzt werden dabei einstudierte Choreografien unter Verwendung traditioneller Figuren wie der Pata.

Bis zum Erreichen der Perfektion im Flamencotanz ist es ein weiter Weg. Professionelle Flamencotänzerinnen müssen einem hohen künstlerischen und körperlichen Anspruch gerecht werden. Sie sind in der Regel Absolventinnen einer klassischen Tanzausbildung. Im Spitzenbereich des Flamencotanzens erfolgt gegenwärtig die Suche nach neuen stilistischen Ausdrucksformen, um die traditionelle Erstarrung des Tanzes aufzubrechen. Zu nennen ist hier der weltbekannte Flamencotänzer Joaquin Cortés. Im übergreifenden Rahmen blieb der Flamenco jedoch, was dieser Tanz historisch immer war – eine Volkskunst, welche ständig neue Impulse in zahllosen Tanztreffen der Flamencokünstler erfährt.