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Formationstanz – Augenschmaus unter den Tanzsportpräsentationen

Neben dem Tanzauftritt als Solist und dem Tanzen als Paar stellt der in Gruppenform ausgeführte Formationstanz die dritte grosse Gruppe im Bereich des Tanzes dar. Es ist möglich, den Formationstanz mit Einzeltänzern oder als Verbindung von Paaren in einer Tanzformation zu gestalten. Betrieben wird dieser Gruppentanzsport in Abhängigkeit von der Untergliederung in Standardtänze sowie lateinamerikanische Tänze. So haben sich die Formationen zumeist auf tänzerische Darbietungen im Rahmen des Standardtanzes und/oder des Lateintanzes spezialisiert. Über den Deutschen Tanzsportverband (DTV) ist der Formationstanz organisiert und in einzelne Ligen strukturiert. Allerdings besteht derzeit in Deutschland keine Liga, welche Standard- und Lateintänze zusammenführt.

Sicherlich zählt der Formationstanz zu den schönsten Veranstaltungen im wettkampfmässig betriebenen Tanzsport. Das Engagement und die Dynamik der in Formation Tanzenden und die herrliche Tanzbekleidung, machen den Formationstanz für jeden Zuschauer wahrhaftig zu einem unvergesslichen Erlebnis. Man muss den sportiven Kampf um die Krone einer Meisterschaft miterlebt haben, um sich ein Bild von der hohen Motivation und dem Kampfgeist der zahlreichen Tanzformationen zu machen. Der über sechs Minuten währende Auftritt ist lange trainiert und bis ins Detail geprobt worden. Eine durchdachte Choreografie ist Grundlage der präsentierten raffinierten Tanzelemente. Dazu gehören so besondere Figuren wie der Roundabout, Pirouetten oder die Velberter Rose sowie Hebefiguren beim Ein- und Ausmarsch.

Die heutige Formationsdarbietung des Tanzes bildet die Fortsetzung einer langen historischen Tradition. So waren die Quadrillen und Francaisen Formationstänze, welche in der Regel innerhalb einer geschlossen Gruppe veranstaltet worden sind. Erst Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts entstand in Deutschland der moderne Formationstanz im Bereich des Sportwettkampfes. Damit wurde an die Tradition der Tranzgruppen der Clubszene der 20er Jahre im Nachkriegsdeutschland angeknüpft.

Parallel dazu erinnerte man sich an historische Tanzvorbilder, welche jedoch entsprechend der zeitgenössischen Lebenseinstellung reformiert wurden. Nicht mehr das Tanzpaar war Inbegriff des Tanzvergnügens, sondern die synchron tanzende Gruppe. Als Beispiel dafür steht die Tango-Quadrille, welche u.a. im Hamburger Atlantic-Boston-Club um 1921 begeistert getanzt wurde. Dies bildete die Geburtsstunde des modernen Formationstanzes. Als dann Anfang der dreissiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts der sogenannte Formations-Slowfox bei einer Aufführung während des "Ball der Goldenen Blätter" im Berliner Hotel Esplanade gezeigt wurde, gewann der Formationstanz weiter an Popularität. Der Trend orientiere sich nun am Bühnentanz sowie am Ballett - auch als Ausgangspunkte choreografischer Arbeit im Formationstanz.

Das erste internationale deutsche Formationsturnier im Standardbereich fand Anfang der sechziger Jahre in der Sporthalle Köln statt. Neben traditionsreichen deutschen Tanzsportclubs beteiligten sich an diesem Turnier dänische sowie englische Tanzteams. Zur selben Zeit gestaltete man im Vereinigten Königreich einen Formationswettbewerb im Bereich der lateinamerikanischen Tänze. Aufgrund der anwachsenden Popularität des Formationstanzes in zahlreichen Ländern kam es zur Durchführung internationaler Meisterschaften. Deutschland nahm diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein. Im Jahre 1967 fanden die ersten offiziellen Europameisterschaften in Berlin statt. Hierzu leisteten vorrangig die beiden Tanzsportclubs TTC Harburg sowie TD Rot-Weiß Düsseldorf einen bedeutsamen Beitrag. Im Jahre 1973 folgte dann die erste Formations-Weltmeisterschaft mit Austragungsort New York. Heute wie damals gilt: Formationstanz, dass ist eine gelungene Verbindung von Ästhetik und Sport sowie eine Verknüpfung von Tradition und Moderne. Durch seine Schönheit wird der Formationstanz sicher nicht mehr aus dem Blickfeld des weithin tanzbegeisterten Publikums geraten können.