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Polka – Ausgelassenheit und Lebensfreude im 2/4 Takt

Beschwingt und beherzt drehen sich die Teilnehmer dieses Rundtanzes zur einer fröhlich-heiteren und gleichzeitig einfachen Musik im 2/4-Takt. Vierzig bis achtzig Musiktakte je Minute werden dabei gespielt. Die Schritte in diesem Paartanz betonen abwechseln den linken und rechten Fuss. Sie werden oft in der Schrittform kurz-kurz-lang ausgeführt. Gelegentlich beginnt man diese Schrittfolge, entsprechend der Urform dieses Tanzes, mit einem Hüpfer. Gemeint ist die Polka.

Obwohl die Polka zu den Gesellschaftstänzen gezählt wird, ist sie vor allem ein Volkstanz mit einer langen historischen Tradition. Entstanden ist die Polka noch vor 1838 aus dem historischen Volkstanz ''Nimra''. Dem Nimra ähnliche Schrittfolgen sind in der kulturellen Tradition des deutschen Tanzes nachweisbar. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang beispielsweise der Hopser - im Rheinfränkischen auch Hipper. Diese Tanzform fand sogar Eingang in eine Bauern- und Hochzeitskantate des Musikgenies Johann Sebastian Bach. Dem Hopser vergleichbare Schrittfolgen treten überdies auch im schottischen Rundtanz auf. Die rasche überregionale Verbreitung des Polkatanzes – vornehmlich nach Österreich, Polen, Frankreich und Deutschland – begann um das Jahr 1838. Ausgangspunkt war Böhmen in Tschechien. Bald führte die Entwicklung des Polkatanzes zu einer Palette differenzierter Formen des einstigen Hopsers. Es entstanden u.a. die Mazurka, die Polka hingroise, die durch Werke von Johann Strauss bekannte Schnellpolka sowie die Polka á la Polacca. Getanzt werden aber auch die Krebspolka in Österreich sowie der Tyrolerhopsa in den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen.

Eine Modifikation des Polkatanzes wird auch durch die Geschwindigkeit des Tanzes erzielt. Während die Polka Franzé langsam auszuführen ist, tanzt man beispielsweise die Böhmische Polka schneller mit einem Hüpfschritt. Die Bewegungsabläufe zur Schnellpolka werden unter Verzicht auf den Hüpfschritt sehr schnell getanzt. Darüber hinaus existiert eine Polkaversion, bei welche eine ständige Zunahme der Tanzgeschwindigkeit erfolgt. Dabei handelt es sich um die Annemarie-Polka. Dieser Volkstanz ist in der Lausitz sowie in der Spreewald-Region recht verbreitet. Die Original-Spreewaldmusikanten, z.B. die Lübbenauer Oldstarband, sind für Ihre musikalische Begleitung zu dieser regional sehr beliebten Polka sehr bekannt.

Interessant ist weiterhin, dass für die Bezeichnung Polka gleich mehrere Erklärungsansätze nachweisbar sind. Aus den Überlieferungen wissen wir zunächst, dass die Polka von einer jungen böhmischen Bäuerin namens Anna Slezák in Týnek na Labem erfunden sein soll. Der Name Polka könnte zweitens aber auch aus der tschechischen Bezeichnung Púlka, d.h. die Hälfte, gewählt worden sein. Damit würde man mit der Bezeichnung Polka besonders den für diesen Volkstanz typischen Halbschritt würdigen. Ein dritter Erklärungsansatz für den Namen Polka bedeutet ''Polin''. Diese Namensgebung könnte zu Ehren der zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts sehr bekannten polnischen Sängerin Esmeralda gefunden worden sein. Tanzt man die Polka, dann begibt man sich in ein beschwingtes, belebendes Tanzerlebnis besonderer Art. Die Fröhlichkeit der Musik, einfache Tanzschritte und das Erlebnis des Volkstanzes unterstreichen die heiter-ausgelassene Stimmung beim Polkatanzen. Sie animieren zur Teilnahme am Tanz.

Ein wichtiger Aspekt beim Polkatanzen, sozusagen die hohe Schule im Hinblick auf die Beherrschung dieses Tanzes besteht in der Haltung der Tanzenden. Erst die gute Körperhaltung verleiht den Polkatänzern das besondere Flair.