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Rock´n Roll - Reformausdruck der 50er und 60er Jahre

Gel im Haar, Petticoat-Rock, Bluejeans und bequemes Freizeithemd und schmale Krawatte, das sind Symbole für das Lebensgefühl der fünfziger und sechziger Jahre. Natürlich findet das neue Flair auch im Musikgeschmack und im Tanz seinen Niederschlag. Es ist die Zeit des Rock´n Roll, des genialen Schau- und Turniertanzes, der seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika hat und mit dem Namen von Elvis Presley untrennbar verbunden ist. Elvis wurde durch seinen Gesang zur Legende und seine Bewegungen waren und sind bis heute Ausdruck schwärmender energiegeladener Teenager. Das Tanzgefühl des Rock´n Roll ist ein Ausdruck der Protesthaltung der Jugendgeneration gegen erstarrte gesellschaftliche Normen und Traditionen, er vermittelt ihr Freiheitsstreben und die Sehnsucht nach mehr Offenheit und Toleranz.

Der Rock´n Roll wird paarweise getanzt und er ist mit der Ausführung anspruchsvoller Bewegungsabläufe verbunden, die bis zu akrobatischen Einlagen reichen. Daher erfordert das gekonnte Tanzen zur Rock´n Roll Musik sehr viel Körperbeherrschung und Fitness. Dies gilt insbesondere für die Teilnehmer an Schautanzvorstellungen oder gar im Bereich von Tanzwettbewerben. Daher ist der Rock´n Roll, der auch zum Welttanzprogramm zählt, zumeist in vereinfachter Form Bestandteil der Ausbildung in den Tanzschulen. In Tanzsportvereinen lehrt man zumeist den Turnier-Rock´n Roll.

Die Entstehung des Rock´n Roll reicht bis in die Anfangsjahre des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Der um 1920 entstandene Swing gehört ebenso zu Vorformen des Rock´n Roll wie der akrobatische Elemente enthaltende Lindy Hop und der Boogie-Woogi. Die Tanzenden führen den Rock´n Roll mittels schneller, sportlicher Bewegungen aus. Alle Aktivitäten auf der Tanzfläche sind durch ein hohes Tempo, eine geradlinige Tanzweise sowie durch präzise ausgeführte flüssige Bewegungsfolgen geprägt. Die Bewegungen erscheinen den Beobachtenden schnell und zackig; Akrobatiken wie ''Schwan'', ''Fisch'', ''C-Kugel'', ''Berliner Wickler'', ''Dulaine'', ''Taucher'' u.v.a. lassen so manchen Zuschauer den Atem anhalten. Mehrfache Rock´n Roll Weltmeister wie Roman Kolb und Miguel Angueira stehen mit ihren Partnerinnen für die perfekte ästhetische Ausführung dieser anspruchsvollen Tanzelemente.

Eines der verbreitetsten Rock´n Roll Elemente ist der ''Einsteiger''. Dabei steigt die Tanzpartnerin mit Schwung in die zur Trittleiter geformte Hand des Herren. Dieser Schwung wird mit Hilfe des Tanzpartners so genutzt, dass die Dame eine hohe Saltobewegung ausführen kann.

Neben den akrobatischen Einlagen enthält der Rock´n Roll Grundschritte, welche in gesprungener Weise geleistet werden. Darüber hinaus gibt es bei Rock´n Roll die sogenannten Kicks, d.h. vierphasige Bewegungen, welche mit angewinkeltem Bein getanzt werden. Dabei fällt dann auf, dass Armbewegungen und Kicks im Winkel zueinander ausgeführt werden. Das Tanzen des Rock´n Rolls erfolgt fast durchgängig auf dem Fussballen und immer im Rahmen des 4/4 Taktes. Da die heutigen Tanzveranstaltung mit Rock´n Roll zumeist Musik aus dem Jazz Dance oder aus der Aerobic-Szene integrieren, ist die Stilistik der Tanzausführung recht verschieden. Gemeinsam ist allen diesen tänzerischen Versionen der Sechserschritt oder der im Bereich des Turniertanzes gebräuchliche Neunerschritt. Insbesondere der Rock´n Roll und Boogie-Woogie Verband e.V. sind in Deutschland für den Erhalt der Tanzkultur des Rock´n Roll verantwortlich, im Weltmassstab erfüllt die World Rock´n Roll Confederation diese Aufgabe. Es wird streng darauf geachtet, dass innerhalb eines Turniers, gewöhnliche Rock´n Roll Schritte, welche ein Tänzer solo ausführt, von akrobatischen Einlagen abzugrenzen sind. Die Tanzfiguren sind zumeist nicht festgeschrieben. Choreografien im Rock´n Roll sind daher eingeübt und sehr individuell gestaltet.