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Steptanz – Extravagante Kunst aus Tanzbewegung und Klang

Während der Shows der goldenen zwanziger Jahre und auch in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts waren seine klackenden Geräusche ein Kassenhit – der Steptanz. An der Wende zum einundzwanzigsten Jahrhundert erlebte das Steppen eine unvergleichliche Wiederkehr durch den britischen Startänzer und Stepweltmeister Michael Flatley. Seine Tanzcompagnie überzeugte weltweit durch excellenten, synchron ausgeführten Steptanz der Bühnentänzer. Damit wurde die Show Riverdance zum medialen Welterfolg.

Steptanzen ist eine US-amerikanische Tanzerfindung des neunzehnten Jahrhunderts. Er entstand in New York durch ethnische Gruppen, welche die Tanzstile von afrikanischem Shuffle mit irischen, schottischen und englischen Tanztraditonen verbanden. Durch Egon Bier gelangte der Steptanz in den fünfziger Jahren nach Deutschland. Er hatte diesen Tanzstil als erster in seiner Tanzschule unterrichtet.

Eine Besonderheit des Steptanzes besteht in den Steptanzschuhen. Zunächst wurden für den Steptanz Schuhe mit einer hölzernen Besohlung verwendet. An diesen Schuhen brachte man Beschläge aus Metall an, welche während der Berührung mit dem Tanzboden das für das Steppen kennzeichnende Step-Geräusch verursachten. Es führte zur Bezeichnung dieses Tanzes mit Steptanz, den man in England ''Tap dance'' und in Frankreich ''Claquettes'' nennt.

Steptanz tritt in modifizierter Form auch in Spanien auf. Anstelle des Metallbeschlags weisen die Spitzen der Schuhe von Flamenco-Tänzern eine Nagelung auf. Auch daraus ergibt sich bei Bodenberührung ein gut hörbarer Ton.

Der geübte Steptänzer interpretiert Musik durch seine tänzerischen Bewegungen und durch die Rhythmik der von ihm hervorgebrachten Step-Klänge. Deshalb kann ein Steptänzer zugleich als Percussions-Musiker verstanden werden, schliesslich führt Steptanz zur Erzeugung rhythmischer Klänge, was im Bereich des Tanzens einmalig ist.

Steptanz ist aufgrund seiner komplexen und fazettenreichen Schrittfolgen eine anspruchsvolle Aktivität. Seine Beherrschung setzt jahrelanges Training voraus.

Der Stepschritt – ein belasteter Schritt auf die Metallplatte im Fussballenbereich – ist lediglich einer unter vielen Tanzschritten, welche den Steptanz ausmachen. Weitere spezielle Steptanzschritte heissen ''Stamp'' – ausgeführt als kraftvoller Schlag mit dem ganzen Fuss - und ''Toe'', womit das Auftippen mit der Fussspitze gemeint ist. Ergänzend seien der ''Hop'' – als Sprung auf einem Bein -, der ''Leap'' – ein Sprung von einem Bein auf das andere Bein - genannt. Populär beim Steptanz ist schliesslich auch der ''Brush''. Bei diesem Stepschritt wird der unbelastete Fuss über den Boden gezogen, was einen kurzen, sauberen Ton erzeugt. Neben einfachen Schritten beinhaltet der Steptanz auch Tanzschritte, welche zur Erzeugung von Doppeltönen führen. Dazu zählt beispielsweise der ''Ball change''. Er entsteht durch die Folge von Step nach belastetem und unbelastetem Schritt.

Es lässt sich denken, dass Kombinationen aus diesen komplexen Schritten äusserst schwierig in der Ausführung sind. Wohl auch deshalb geniessen so hervorragende Steptänzer wie Bill Bojangles, Shirley Temple, Ruby Keeler, Ann Miller, Eleanor Powell und Fred Astaire hohe Anerkennung. Einige Stepdarbietungen, wie zum Beispiel Donald O´ Connor und Gene Kelly mit ihrer gestepten Interpretation zur Musik ''I´m singing in the Rain'', sind bis heute unvergesslich. Das gilt auch für zahlreiche weitere Stepdarbietungen in Shows am Broadway sowie in Hollywood-Filmen.

Zur Tanzszene der Gegenwart zählt auch die Gestaltung eigener Wetttbewerbe im Bereich des Steptanzes. Ein Ausgangspunkt war dabei Grossbritannien. Hier existieren spezielle Steptanz-Wettbewerbe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Vor allem aber gibt es rund um den Erdball eine zunehmende Zahl Tanzbegeisteter, die dem Steptanz interessiert gegenüberstehen und die extravaganten Schritte dieses Tanzstils erlernen.