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Syrtaki – Inbegriff weltberühmter griechischen Tanzkultur

Griechenland und der Syrtaki-Reigen scheinen untrennbar verbunden zu sein. In Wahrheit handelt es sich beim Syrtaki aber um eine Tanzkreation der Neuzeit. Die traditionellen Volkstänze der Ägäis werden nicht in offener Kreisform mit Handschlag der Tanzenden ausgeführt. Historisch wahrhaftig ist die Ausführung griechischer Volkstanzbewegungen in Reihenform. Die Arme liegen dabei über den Schultern der benachbarten Tanzenden.

Obwohl Ihre Darstellung hervorragend zur Ausstrahlung der Menschen und zur kulturellen Tradition dieses Landes passt, ist der Syrtaki tatsächlich dem Erfindungsreichtum der Produzenten des weltbekannten Films ''Alexis Sorbas'' mit Anthoni Quinn in der Hauptrolle zu verdanken. Die Legende besagt, dass der Syrtaki mit seinen einfachen Bewegungsfolgen und der unbegrenzten Anzahl teilnehmender Personen eigens für den tänzerisch relativ unbegabten Hauptdarsteller erfunden worden ist.

Dennoch führte die Popularität des Syrtaki zu einer hohen überregionalen Verbreitung dieses Tanzes. Zahlreiche Einheimische behaupten ohnehin, dass die Bewegungen zum Syrtaki auf historische Vorbilder zurückgehen. Auch deshalb zählt der Syrtaki zum festen Bestandteil des Repertoires der vielen Volkstanzgruppen dieses Landes am Meer. Auch deshalb steht der Syrtaki für Griechenland wie das Meer, die vielen warmen Sonnentage und die faszinierende uralte Kultur.

Syrtaki tanzen, das bedeutet das Leben zu feiern. Der Tanz des Fischers Alexis Sorbas zur Musik des griechischen Komponisten von Mikis Theodorakis wurde gleichsam Synonym für die griechische Musik überhaupt. Die Tanzbewegungen werden im 2/4 Takt ausgeführt. Der Tanzrhythmus dazu lautet lang-kurz-lang. Begeistert getanzt wird der Syrtaki zu allen denkbaren Anlässen des Alltags - Hochzeiten, Familienfeste, Geschäftserfolge – und das überall; in Restaurants, zu Hause, ja sogar auf öffentlichen Plätzen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Herkunft der Bezeichnung Syrtaki. Dieser Name ist vom Volkstanz Syrtos abgeleitet. Das bedeutet in der wörtlichen Übersetzung aus der griechischen Sprache nichts anderes als der geschleppte Tanz, welcher auf den relativ langsamen Schrittfolgen des Chasapiko, dem ''Tanz der Schlachter aus Konstantinopel'' beruht. Neben den schleifenden Beinbewegungen ist der Syrtos dadurch gekennzeichnet, dass die Tanzbewegungen zum Ende des Musikstücks immer rascher auszuführen sind.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben überdies ergeben, dass der Syrtos in zahlreichen regionalen Modifikationen auftritt. Die Bewohner nahezu jeder Insel choregrafieren den Syrtos in eigener Weise. Beispiele sind der Chaniotiko – der Syrtos auf Kreta – oder der Silivrianos – der Syrtos von Naxos. Der Syrtaki des Festlandes schreibt sogar eine paarweise Ausführung und eine feste Anzahl teilnehmender Tänzer vor.

Aus dem Blickwinkel der Gegenwart ist der Syrtaki unbestritten Griechenlands ''Nationaltanz''. Er stellt den derzeitigen Abschluss einer jahrtausendealten tanzkulturellen Entwicklungsgeschichte dar. Die Wurzeln des griechischen Tanzes liegen bereits in der Antike. Tanzdarbietungen erfolgten damals in Gruppen, zu Paaren oder von einzeln Personen. Die Griechen der Antike tanzten auch viele verschiedene Tänze, z.B. Kriegstänze, komische Tänze, spirituelle Tänze oder Tänze für Hochzeiten, Begräbnisse und Feiern. Ausgangspunkt dieser Tanzkultur ist wohl die hellenische Tanzkunst auf der Mittelmeerinsel Kreta. Dass bereits zu Zeiten des antiken Literaten Homer der Kalamatianós getanzt wurde, wird vermutet. Interessant ist aber auch, dass die alten Griechen der festen Meinung waren, Tanzen würde zur Verbesserung der Gesundheit beitragen. Tanzen war für sie ein Mittel zur allseitig harmonischen Ausbildung körperlicher Kräfte und Fähigkeiten sowie eine Möglichkeit der Inszenierung des eigenen Körpers.

Der Philosoph Plato brachte diese Meinung auf den Punkt indem er sagte: ''Tanzen ist von Natur himmlisch und ein Geschenk der Götter''. Für den Denkhorizont des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts klingen diese Annahmen recht vertraut.